Das britische Englisch gilt nach wie vor für viele als das angenehmste Englisch weltweit. Mit Muttersprachlern zu kommunizieren kann Erasmus-Studenten in diesem Land einen erheblichen Schub für ihre Englisch-Kenntnisse bieten. Darüber hinaus ist die akademische Bildung im Land auf sehr hohem Niveau. Das Campus-System ist ausgeprägt wie in keinem anderen Land Europas. Nach einiger Zeit auf einer der Britischen Inseln sieht man die interessanten Unterschiede zwischen dem europäischen Festland und dem Vereinten Königreich, egal ob man in England, Nordirland, Schottland oder Wales studiert.
Weitere Vorteile am Studium in Großbritannien liegen darin, dass hier seit Jahren das Bachelor/Master-System existiert. Während andere Länder und Universitäten mitunter ihrer Probleme haben, sich dem neuen Standard anzupassen, ist es bei den Briten seit langer Zeit die übliche Studienstruktur. Der Bachelor läuft üblicherweise nach einem Level 1,2,3-Zyklus. Die meisten Studenten studieren alle drei Jahre ohne Unterbrechung nacheinander. Es ist jedoch auch möglich, dazwischen ein Jahr auszusetzen; beispielsweise für ein Auslandsjahr oder ein Jahr Vollzeit-Arbeit. Setzt man also nach dem zweiten Studienjahr aus für zwölf Monate, kann man in der Regel problemlos zu Level 3 hinüberwechseln.
Darüber hinaus werden im Vereinten Königreich generell Studiengebühren gezahlt. Diese liegen bei etwa 3440£ pro Jahr(wird jährlich stets etwas nach oben angepasst) für die meisten Bachelor-Programme. Es gibt Master-Programme, die das gleiche kosten, sie können jedoch auch deutlich teurer sein. Den Vorteil am Master-Studium im Vereinten Königreich sehen viele darin, dass hier nur ein Jahr studiert werden muss, während anderswo zwei notwendig sind. Die höheren Kosten werden dabei gerne aufgrund der Zeitersparnis in Kauf genommen. Als Erasmus-Student fallen natürlich keinerlei Studiengebühren an!
Studierende im Vereinten Königreich profitieren jedoch von der guten Ausstattung der Universitäten, die durch die Studiengebühren ermöglicht wird. Das Studium kann mitunter ziemlich anspruchsvoll sein, es gibt jedoch ein hohes Maß an individueller Betreuung durch häufig sehr gut ausgebildete Professoren. Die Anzahl an Studenten pro Kurs fällt geringer aus, was zu einem persönlicheren Kontakt zwischen Studierenden und Dozenten führt.
Ferner ist das Vereinte Königreich, nicht zuletzt durch seine Kolonialgeschichte, gewöhnt an eine sehr internationale Zusammensetzung der Studentenschaft. Eine Universität, die in der letzten fünf Jahren Studenten aus 100-150 Ländern hatte, ist nicht schwer zu finden.
Ein weiteres Highlight für viele ist das Freizeitangebot, welches an britischen Unis für Studenten zu finden ist. Es gibt im Grunde genommen jeden Tag irgendwo Treffen, Parties, Sportveranstaltungen oder Sonstiges. An Universitäten im Vereinten Königreich gibt es sogenannte Societies, die verschiedene Interessengruppen wiederspiegeln. Zu nahezu jedem Interessengebiet gibt es eine Society oder einen Sportclub. Jeder Student kann dabei mitmachen und es fallen meist nur geringe Gebühren an, wenn überhaupt.
Per Erasmus-Programm im Vereinten Königreich zu studieren kann bedeuten ein Studentenleben zu führen, welches man vielleicht aus Filmen über amerikanische Unis kennt. Man merkt deutlich, dass das Vereinte Königreich eine eigene Kultur besitzt, die sich doch von der festlands-europäischen unterscheidet. Bewerbungen für das Erasmus-Programm auf den Britischen Inseln unterliegen starker Konkurrenz. Dies sollte jedoch nicht davor abschrecken, es zu versuchen! Jedes Jahr erleben tausende deutsche Erasmus-Studenten hier eine großartige Zeit!
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DAAD-Studienführer Großbritannien
185 Seiten, Bertelsmann Verlag
Thomas Obieglo
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